Die Gala der Besten
Berlin hat gewählt: Die Sportler des Jahres 2006 sind Claudia Pechstein, Jens Voigt, Falko Götz und Hertha BSC
Vom Besten nur det Feinste, sagt der echte Berliner. Gestern wurden sie geehrt auf großer Bühne im noblen Ambiente des Neuköllner Estrel Hotel: Die Allerbesten des Berliner Sports, die uns in einem außergewöhnlichen Fußball-WM-Jahr 2006 rund um die Erde mit Topleistungen begeisterten und aufregenden Auftritten erstaunen ließen.
Allen voran die glänzenden Sportlerwahl-Sieger: Eisdame Claudia Pechstein, die uns im Turiner Olympiawinter erwärmte, bereits zum siebenten Mal triumphierte und damit den Rekord vom ehemaligen Profiboxer und TV-Eisläufer Sven Ottke egalisierte. Dann Rad-Husar Jens Voigt, neben EM-Goldschwimmerin Britta Steffen wohl der Berliner Star des Sommers, mit dem wir nicht nur bei der Tour de France schwitzten. Und natürlich unsere Hertha, die mit dem mit Riesen-Vorsprung erfolgreichen Trainer-Titelverteidiger Falko Götz im Herbst zwei Mal an die Spitze der Bundesliga stürmte. Neuerlich legten sich die Mitglieder des Berliner Ruderclubs bei der Wahl für ihren Meister-Achter in die Riemen, aber große Ehre gebührt allen Platzierten, die in diesem Jahr von der Rekordzahl von 18 200 Berlinern gekürt wurden.
Denn vielfältige Leistungen in verschiedenen Sportarten unter unterschiedlichen Bedingungen brachte dieses Jahr 2006 - und das alles ist kaum miteinander vergleichbar. Sympathien, Einschaltquoten und Geschmacksrichtungen spielen dabei sicher auch eine Rolle - und deshalb ist das Wahlergebnis weniger als Resultat eines Wettbewerbs zu sehen, sondern als Bekenntnis zur Sporthauptstadt Berlin und seinen Athleten, Trainern, Funktionären und unzähligen stillen Helfern. Die meisten von ihnen wissen ohnehin am besten, was sie 2006 geleistet haben. Und: Auch was nicht in der Zeitung steht, hat tatsächlich stattgefunden.
Über 2000 Gäste (auch das ist ein Gala-Rekord), darunter viele Morgenpost-Leser, bewiesen gestern eindrucksvoll an der Seite der Geehrten, dass sich nach dem feste arbeiten auch das Feste feiern lohnt. Beim Genuss von kulinarischen Köstlichkeiten beantworteten etwa Herthaner oder Ruderer die Frage nach Sekt oder Selters mit dem einen oder anderen Bier. Anregende Gespräche zwischen Gästen, Athleten sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und der Medien verdeutlichten den engen Zusammenhalt des Sports mit Berlin.
Aber auch der Showteil auf der Bühne konnte sich gestern durchaus sehen lassen und hatte internationale Klasse. Das „Thank you for the music“ der Abba-Coverband aus dem Estrel war somit auch ein musikalisches Dankeschön an die Champions des Berliner Sports, die 2006 die Musik in den Arenen der Welt machten und dafür mächtig viel Arbeit auf sich nahmen. Bei ihnen handelte es sich allerdings um echte, bewundernswürdige Originale von heute. Und sogar singen konnten einige von ihnen immer besser, je länger die rauschende Party durch die Nacht bis in die frühen Morgenstunden dauerte.
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