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@ TELEGRAMM Nr. 14 / 22. Februar 2005

Ist es nicht toll, wenn man sich ab und an noch selbst überraschen kann? Mit meinem 3. Weltcup-Gesamtsieg in Folge habe ich mir selbst das schönste (vorgezogene) Geschenk zu meinem 33. Geburtstag gemacht. Im Vorfeld des traumhaften Wochenendes in der niederländischen „Thialf“-Arena, wurde ich häufig gefragt, wie ich mich trotz der Meinungsverschiedenheiten mit dem sogenannten Chef-Bundestrainer Helmut Kraus auf meine sportliche Leistung konzentrieren könne? Zu diesem Thema möchte ich betonen: Es gibt zwischen mir und Herrn Kraus keine Meinungs-verschiedenheiten. Denn um verschiedener Meinung zu sein, muss man die Meinung des anderen kennen. Und Herr Kraus hat mir seine Meinung über die Besetzung des WM-Teams bis heute noch nicht mitgeteilt. Ich muss wohl damit leben, dass Kraus lediglich die Nähe zu den Medien sucht. Mehrfach habe ich bereits auf diese Kommunikationsdefizite hingewiesen. Auch intern in Gesprächen mit dem DESG-Sportdirektor Günther Schumacher. Doch mehr als schöne Worte zu erwarten, wäre vermessen.
Damit hier niemand etwas falsch verstehen kann: Mir liegt es fern, einen Platz für mich im Team-Wettbewerb zu beanspruchen. Wenn Herr Kraus der Meinung ist, es gibt drei bessere als mich, dann ist das sein gutes Recht. Aber ich denke, mein gutes Recht ist es, von ihm dazu eine Erklärung zu erwarten. Übermittelt von ihm persönlich - und nicht von dem Medien.

In diesem Sinne – bleiben Sie mir gewogen und drücken Sie mir für die WM die Daumen.
Herzlichst, Ihre Claudia Pechstein


+++ 3. Gesamterfolg in Serie+++jetzt volle Konzentration auf die WM +++
Erfolgsformel für den Weltcupsieg:
Platz eins+Platz eins=Platz eins!

Das war ein Wochenende so richtig nach dem Geschmack von Claudia Pechstein. Mit 230 Zählern auf dem Konto des Langstrecken-Weltcups war die am Wochenende noch 32-jährige (und seit heute 33-jährige) Berlinerin nach Holland zum Weltcup-Finale gereist. Am Ende des Spektakels vor insgesamt knapp 40.000 Fans in Heerenveen hatte Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin gleich dreimal Grund zur Freude. Denn die Siege über 3.000 und 5.000 Meter waren gleichbedeutend mit dem dritten Gewinn des Gesamtweltcups über die „langen Kanten“ in Folge.
„Ich wusste, dass ich gut drauf bin und hatte mir einiges vorgenommen. Doch dass es so gut lief, war dann selbst für mich überraschend“, freute sich Claudia neben dem Dreifach-Triumph vor allem über ihre herausragende Zeit im 5.000-Meter-Rennen. Die 6:56,78 Minuten waren gleichbedeutend mit ihrer zweitbesten jemals gelaufenen Zeit. Nur in der Höhenluft von Salt Lake City ist sie 2002 bei ihrem legendären Weltrekord-Rennen (6:49,91) zum olympischen Gold noch schneller unterwegs gewesen. „Bis 3.000 Meter ist Gretha Smit mit mir Nase an Nase gelaufen. Da habe ich mir gedacht, jetzt musst du nochmal Gas geben. Dass dann am Ende eine solche Spitzenzeit herausspringt, hat micht selbst verwundert“, resümiert die vierfache Olympia-siegerin. Nun hofft Claudia ihre gute Form bis zu den Welt-meisterschaften (3. bis 6. März in Inzell) kompensieren zu können. „Ich habe immer betont, dass die WM im eigenen Land mein großes Ziel ist. Darauf war das Training mit meinem langjährigen Erfolgs-coach Joachim Franke aus-gelegt“, betont Claudia und fügt hinzu: „Jetzt möchte ich auch eine Medaille gewinnen. Wenn sie aus Gold sein sollte, um so schöner!“

3.000m / Heerenveen: Top 5
Platz Name Zeit
1 Claudia Pechstein (D) 4:05,09
2 Cindy Klassen (CAN) 4:07,25
3 Daniela Anschütz (D) 4:07,94
4 Moniek Kleinsmann (NL) 4:08,01
5 Gretha Smit (NL) 4:08,26

5.000m / Heerenveen: Top 5
Platz Name Zeit
1 Claudia Pechstein (D) 6:56,79
2 Gretha Smit (NL) 7:02,38
3 Renate Groenewold (NL) 7:05,46
4 Daniela Anschütz (D) 7:09,96
5 Maki Tabata (JPN) 7:15,49

Weltcup-Endstand: Top 5
Platz Name Punkte
1 Claudia Pechstein (D) 430
2 Renate Groenewold (NL) 415
3 Gretha Smit (NL) 338
4 Daniela Anschütz (D) 328
5 Anni Friesinger (D) 260


Olympia 2006 in Turin: Der Countdown läuft

„Es war eine große Ehre für mich, mit diesen Top-Athleten auf einer Bühne stehen und den Countdown für die Olympischen Spiele 2006 in Turin einläuten zu dürfen“. So kommentierte
Claudia Pechstein ihren Einsatz am 10. Februar in der Olympiastadt des kommenden Jahres. Omega, der offizielle Zeitnehmer der Spiele, hatte genau ein Jahr vor der Eröffnungsfeier in der italienischen Metropole „12 Olympische Legenden“ ein-
geladen, um gemeinsam mit dem IOC-Präsidenten Jacques Rogge (Fotomitte) den „Ein-Jahres-Countdown“ zu starten. Neben Claudia Pechstein waren folgenden Athleten vertreten: Kenji Ogiwara, Gustav Thoeni, Chun Lee Kyung (v. l. sitzend).
Jayne Torvill, Christopher Dean, Micaela Figini, Dan Jansen (stehend v. l.) sowie Marina Anissina, Gwendal Peizerat, Bonnie Blair und Marco Albarello (stehend v.r.). Insgesamt standen in Turin 24 olympische Goldmedaillen auf der Bühne. Allein neun davon gingen auf das Konto der Eis-schnellläuferinnen Bonnie Blair (5) und Claudia Pechstein (4). „Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr zu Bonnie aufschließen“, lächelte die Berlinerin ...


Von Birgit und Claudia: Der Herbert für Günther

Erstmals haben in diesem Jahr Deutschlands Spitzensportler die besten Sportjournalisten und -publikationen hierzulande gewählt. Aufgerufen von der Olympiastützpunkte Deutschland GmbH gaben weit mehr als 2.000 Athleten in insgesamt sechs verschiedenen Kategorien ihr Votum ab. Deutschlands erfolgreichste (Sommer- und Winter-) Olympioniken, Birgit Fischer und Claudia Pechstein, hatten in der Hamburger MagnusHall dann die Ehre, Günther Jauch als besten Sportmoderatoren mit dem „Herbert 2004“ auszuzeichen. Der neue Medienpreis ist nach der Reporter-Legende Herbert Zimmermann (Endspiel-Reporter des Fußball-WM 1954) benannt.


WM in Inzell:
Die TV-Zeiten des Saison-Höhepunktes
Damit Sie keine wichtige Entscheidung bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Inzell verpassen können, finden Sie folgend die TV-Übertragungszeiten:
Donnerstag, 3. März, 15.15-16.00 Uhr, ARD, 1500 m;
Freitag, 4. März, 13.45-17.00 Uhr, ARD: „Sportschau live“, u.a. mit 3000 m Damen; (ESL voraussichtlich 14.55-15.50 Uhr und 16.30-17.00 Uhr).
Sonnabend, 5. März, 9.35-18.00 Uhr, ARD: „Sportschau live“, u.a. mit Mannschaftsrennen Damen; (ESL voraussichtlich 15.15-16.05 Uhr)
Sonntag, 6. März, 12.45-17.00 Uhr, ARD: „Sportschau live“, u.a. mit 1000 m und 5000 m Damen; (ESL voraussichtlich 15.30–16.35 Uhr) ARD-Reporter: jeweils Ralf Scholt
Sonntag, 6. März, 17.10-18.00 Uhr, ZDF: „Sportreportage“ mit einem Beitrag zur Eisschnelllauf-WM in Inzell; Moderation der Sendung: Norbert König.

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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