Medaille als Ziel bei der
Einzelstrecken-WM!
Nagano, 3. März: Zunächst einmal möchte ich mich recht herzlich bedanken. Denn nach der verhunzten WM in Berlin, nach der bei mir die Entscheidung reifte, auf alle Fälle bis 2010 weiterzumachen und zu versuchen, mich für Olympia in Vancouver (Canada) zu qualifizieren, bekam ich unglaublich viel Zuspruch von meinen lieben Fans und Vertrauten dafür ein ganz großes Dankeschön. Auch diese Reaktionen bestätigen im Nachhinein meinen Entschluss, meine Ziele neu zu definieren und sie öffentlich zu machen. Jetzt kann ich mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren meinen Sport. Nun wird nicht mehr nach jedem Zwischenergebnis von Journalisten gefragt, ob oder wann (endlich) Schluss sei. Auch meine Freunde in Skandinavien begrüßen meine Entscheidung. Ich werde weiterhin auf Top-Niveau mit dem norwegischen Nationalteam trainieren, um meine Ziele zu erreichen. Ein ganz wichtiger Baustein in meiner weiteren Karriereplanung. Daher geht auch an diese Adresse mein Dank.
Jetzt aber zum aktuellen Geschehen. Vergangenen Mittwoch ging’s los zur Einzelstrecken-WM ins Japanische Nagano. Ich bin gut angekommen und habe mich mittlerweile bestens akklimatisiert. Außer in der Eisschnelllauf-Halle. Da herrschen lediglich fünf bis sechs Grad keine exquisiten Bedingungen für Top-Leistungen. Ich hoffe jedoch, dass an den Wettkampftagen reger Zuschauerzuspruch für eine tolle Kulisse auf den Rängen sorgen und uns Athleten erwärmen wird.
Für mich sind natürlich besonders die 3000 und 5000 Metern interessant, denn diese beiden Strecken werde ich ganz sicher laufen. Und über die längere Distanz möchte ich mir gerne auch eine WM-Medaille schnappen. Schade finde ich, dass der Team-Wettbewerb am Samstag stattfindet. Während Daniela Anschütz-Thoms und ich 24 Stunden später über die 5000 an den Start gehen und Anni Friesinger ebenfalls am Sonntag über 1000 Meter Gold anstrebt, gehen die (Mit-)Favoritinnen Martina Sablikova (Titelverteidigerin), Clara Hughes (Olympiasiegerin 2006 in Turin) und auch die holländische Langstreckenspezialistin Greta Smit definitiv ohne Wettkampfbelastung des Vortages an die Startlinie. Ob wir trotz dieser ungünstigen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Deutsches Team aufstellen können, wird sich im Verlauf der Woche aber zeigen.
Also bis dann oder: Sayonara aus Nagano
