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| Puh, das war vielleicht ein Kraftakt. Die letzten beiden Rennwochenenden hatten es nochmal so richtig in sich. Nach überstandener Grippe, verbunden mit zehn Tagen Trainingsausfall wusste ich ausgerechnet vor den Saisonhöhepunkten nicht so recht, was ich eigentlich drauf habe. Von daher habe ich mich im letzten Weltcup-Rennen über 3.000 Meter in Heerenveen lediglich darauf konzentriert, die Führung im Gesamtweltcup zu sichern. Das ist mir dann auch gelungen, ohne mich körperlich bis zum letzten auspowern zu müssen. Auf den Gewinn des Gesamtweltcups über 3.000/5.000 Meter (siehe Foto mit Pokal) bin ich mächtig stolz. Denn dieser Titel war der einzige, der mir in meiner Sammlung noch gefehlt hat. |
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Eine Woche später stand dann der Saisonhöhepunkt, die Einzelstrecken-WM, auf dem Programm. Im letzten Rennen der Saison, habe ich noch einmal alles aus mir herausgeholt, um die Saison mit einem Weltmeistertitel zu krönen. Ich weiß selber nicht, wo ich die Kraft für die letzten beiden Runden hergenommen habe. Aber irgendwo muss ich dann doch noch eine kleine Reservekammer gefunden haben, um das Tempo in den letzten beiden Runden des 5.000-Meter-Rennens noch einmal erhöhen zu können. Als ich dann im Ziel meine Zeit (7:04,52) und die 1 dazu habe aufleuchten sehen, hatte ich heulen können vor Glück. | |
| Was gibt es schöneres als in der eigenen Heimatstadt zum Abschluss der Saison Weltmeisterin zu werden.Während der Siegerehrung und Ehrenrunde ist mir mehrmals ein wohliger Schauer über den Rücken gelaufen. Die Bild hat sogar geschrieben, es ei die längste Ehrenrunde (35 Minuten) aller Zeiten gewesen.Von mir aus hätte sie noch länger dauern können. Es war unglaublich schön, diesen Erfolg mit meiner Familie, meinen Freunden und Fans auskosten zu können. Ein herzliches Dankeschön gilt diesbezüglich auch meinem Sponsor Light Live, der die WM genutzt hat, um unsere Zusammenarbeit bestmöglich zu präsentieren. Und die rund tausend Winkehandschuhe im weiten Runde des Stadion waren wirklich nicht zu übersehen. |
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Schon am Tag zuvor über die 3.000 Meter herrschte im Sportforum Hohenschönhausen eine super Stimmung. Auch hier konnte ich mit meiner Leistung und der Silbermedaille hochzufrieden sein. Ich habe alles gegeben und muss daher auch nicht traurig sein, dass Anni Friesinger an diesem Tag noch ein bisschen besser drauf war. Herzlichen Glückwunsch. |
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22. Februar 2003:
Endlich finde ich die Zeit, mal wieder ein paar persönliche Gedanken los zu werden. An meinem 31. Geburtstag bin ich gesundheitlich wieder deutlich auf dem Weg der Besserung. Zwar zeigen die Fiebermessungen ab und an noch ein wenig erhöhte Temperaturzahlen an, aber ich fühle mich nicht mehr so schlapp wie in den vergangenen Tagen, als ich fast nur geschlafen habe. So ein grippaler Infekt drei Wochen vor der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft ist zwar mehr als ärgerlich, aber mein Trainer Joachim Franke gewinnt auch solch einer Sache noch immer etwas positives ab: "Besser jetzt, als nächste oder übernächste Woche", hat er mir als kleine Aufmunterung mit auf den Weg gegeben. Recht hat er. So habe ich heute wenigstens mal die Zeit, in Ruhe meine e-mails zu lesen und mich auf diesem Wege für die zahlreichen Geburtstagsglückwünsche zu bedanken. Ich bin echt überwältigt, wie viele Eisschnelllauffreunde an mich denken. Nur seid bitte nicht böse, wenn ich Euch nicht persönlich antworte. Das ist zeitlich echt nicht zu machen. Von daher auf diesem Wege ein ganz besonders herzlicher Gruß.
Die vergangenen Wochen waren natürlich ganz schön hart. Erst die Schnittwunde an meinem linken Knöchel, die ich mir dummerweise bei Startübungen mit der Kufe des rechten Schlittschuhes selbst zugefügt habe und die anschließend genäht werden mußte. Dass es bei der Mehrkampf-WM in Göteborg trotzdem zur Silbermedaille gereicht hat, war natürlich eine Riesensache und hat mich sehr stolz gemacht. Eine Woche später beim Weltcup im italienische Baselga di Piné ging es vorrangig darum, meine Spitzenposition in der Weltcupgesamtwertung (3000/5000 m) abzusichern. Dass ist mir mit meinem zweiten Rang über die 3000-Meter-Distanz bestens gelungen, da meine härteste Rivalin Clara Hughes (Kanada) auf Rang fünf landete. Vor dem letzten Weltcup-Wochenende in Herrenveen besitze ich als Führende nun 60 Zähler Vorsprung. Da kann ich guter Dinge sein, dass mir erstmals in meiner Karriere der Gewinn eines Gesamtweltcups gelingt. Damit wäre meine Titelsammlung dann endgültig komplett. Was natürlich nicht heißen soll, dass mein Hunger auf große Erfolge schon gestillt ist. Im Gegenteil: Bei der Einzelstrecken-WM auf meiner Heimstrecke in Berlin-Hohenschönhausen (14.-16. März) werde ich alles daran setzen, ganz oben auf dem Treppchen zu landen. Ich hoffe, dass ich den durch das Fieber bedingten Trainingsausfall dieser Woche bis dahin wieder kompensiert habe und in bester Verfassung an den Start gehen kann.
Ich bin mir sicher, Ihr drückt mir fest die Daumen...
14. Januar 2003
Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin aller Zeiten wird ab sofort wieder mit ihrem ehemaligen Individualsponsor taxofit&Mac226; zusammenarbeiten Die neu geregelte Partnerschaft macht zudem den Weg frei, dass Pechstein, genau wie alle ihre Teamkollegen der Nationalmannschaft, das taxofit&Mac226;-Logo auf der DESG-Sportbekleidung tragen kann. Bei der Mehrkampf-EM in Heerenveen war die 30-jährige Berlinerin noch ohne das Logo des neuen Verbandspartners an den Start gegangen, da sie ihrem Individualsponsor Actimeb ursprünglich eine Exklusivität im Bereich Vitamine und Minerale zugestanden hatte. Mittlerweile haben sich beide Unternehmen auf eine Lösung im Sinne der Athletin und der DESG verständigt. Nach eingehender Prüfung haben wir festgestellt, dass wir mit Actimeb eine andere Zielgruppe ansprechen. Unser Produkt ist ein Kombi-Energieträger im Leistungssport und wendet sich voll und ganz an die aktiven Sportler, die ihr Leistungsniveau verbessern oder auf höchstem Niveau halten wollen erklärt Otto Pomplun, Generalbevollmächtigter der Schweizer Mebio AG, dem Produzenten von Actimeb.
taxofit&Mac226; ist ein umfangreiches Sortiment von Vitaminen und Mineralien mit Einzel- oder Kombinationspräparaten die dazu dienen, den Organismus ausreichend mit den jeweiligen Vitaminen und/oder Mineralstoffen zu versorgen. Für uns sind nicht die Leistungssportler erster Ansprechpartner, sondern in erster Linie Personen die erhöhten Belastungen ausgesetzt sind. Die Zielgruppe von taxofit&Mac226; sind Frauen, da diese sich um die optimale Versorgung ihrer Familien auch mit Vitaminen und Mineralstoffen kümmern, betont Gabriele Mundorf, zuständig für das Sponsoring bei der Klosterfrau Vertriebs GmbH.
Claudia Pechstein und der Deutschen Einsschnelllauf Gemeinschaft e.V. (DESG) bleiben mit dieser einvernehmlichen Lösung eine Auseinandersetzung über die Präsenz des taxofit&Mac226;-Logos auf der DESG-Sportbekleidung der viermaligen Olympiasiegerin erspart. Es ist sehr erfreulich, dass ich mich kurz vor den Saisonhöhepunkten nicht mehr mit diesem Thema belasten muss, erklärt die Weltrekordlerin über 3.000 und 5.000 Meter, die zur Zeit in Erfurt im Trainingslager weilt. Mein Dank gilt den beiden Partnern für den gefundenen Konsens. Ebenso erleichtert zeigte sich die DESG, die nun ihre Zusammenarbeit mit ihrem neuen Sponsor taxofit&Mac226; ungehindert fortsetzen kann.
Pressemitteilung vom 8. Januar 2003:
Das ist das jüngste Ergebnis der jährlichen Erhebung von TNS Sport, im Auftrag von Horizont Sport Business. Die Umfrage des Unternehmens der Emnid-Gruppe ergab für Claudia Pechstein einen Bekanntheitsgrad von 82,4 Prozent. Damit konnte die 30-jährige Berlinerin diesen Wert in den vergangenen neun Monaten um mehr als 70 Prozent steigern. Unmittelbar nach ihrem olympischen Doppelerfolg in Salt Lake City hatte sie eine Bekanntheit von 48 Prozent erreicht (Quelle: Sport und Markt / März 2002).
Mit nunmehr 82,4 Prozent rangiert Claudia Pechstein vor Martina Ertl (Ski alpin, 81,4 %) und ihrer Eisschnelllauf-Kollegin Anni Friesinger (77,9 %)
Auch in den Sympathiewerten hat Claudia Pechstein erstmals den Spitzenplatz erobert. Auf die Frage: Bei welcher Sportlerin freuen Sie sich über Siege und Erfolge?, erhielt Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin aller Zeiten eine Zustimmung von 65,3 Prozent. Auch hier führt sie die Hitliste vor Martina Ertl (64,1 %) und Anni Friesinger (57,6 %) an.
Das zurückliegende Jahr war mit Abstand das erfolgreichste meiner Karriere, nicht nur sportlich gesehen. Auch die Akzeptanz bei den Medien und Sponsoren hat sich spürbar verbessert. Dazu kamen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Dass ich jetzt im Bereich des Wintersports auch in der Gunst des Publikums ganz oben angelangt bin, freut mich natürlich ganz besonders. Ich hoffe, diese Lorbeeren rechtfertigen zu können und bei der Einzelstrecken-WM im März in Berlin wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, kommentiert Claudia Pechstein die Zahlen der neuesten Erhebung.
3. bis 5. Januar:
Was war das wieder für eine sensationelle Stimmung im Einschnelllauf-Mekka: Drei Tage lange eine ausverkaufte Kulisse im holländischen Heerenveen sorgten für einen tollen Rahmen während der Mehrkampf-Europameisterschaften. Nach meinem vierten Rang über 500 Meter zum Auftakt am Freitag hatte ich mir noch ein wenig Hoffnung gemacht, am Ende vielleicht ganz die Nase vorn zu haben. Aber bereits nach meinem zweiten Rang über die 1.500 Meter mit rund zwei Sekunden Rückstand auf die sehr starke Anni Friesinger war mir klar, dass es nur darum gehen kann, Silber zu sichern. Das ist mir dann ja auch durch einen weiteren zweiten Rang über 3.000 Meter und den Abschlusserfolg über 5.000 Meter gelungen. Herzlichen Glückwunsch an Anni Friesinger, die sich mit drei Einzelstreckenerfolgen und Rang zwei über 5.000 Meter den Titel redlich verdient hat. Mein Ziel in dieser Saison hat sich nicht verändert: Beim Saisonabschluss, der Einzelstrecken-WM in meiner Heimatstadt Berlin (14. bis 16. März) möchte ich ganz oben auf dem Treppchen stehen.
Was zum Jahresausklang so alles passierte
Das zurückliegende Jahr 2002 war sicherlich das erfolgreichste meine Karriere. Zweimal Gold bei Olympia in Salt Lake bescherten mir nicht nur den Titel Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin aller Zeiten, sondern auch eine Menge Ehrungen. Von den Intercoiffeuren erhielt ich den Personality-Preis 2002, meine Sportkollegen wählten mich zum Champions des Jahres, die Eisschnelllauf-Fachjournalisten zum Kufenflitzer des Jahres und bei der Wahl zum Sportler des Jahres landete ich als beste Wintersportlerin auf Rang zwei hinter Franziska van Almsick. Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, dass ich bei der Wahl zu Europas Sportlerin des Jahres einen tollen 5. Rang belegt habe. Dies ist einmal mehr ein Beweis dafür, dass das Eisschnelllaufen keine Randsportart mehr darstellt, sondern mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt ist. Das hat natürlich auch zur Folge, dass man nicht mehr unbemerkt neues Material testen, bzw. einen Wettbewerb in den Sand setzen kann. So bei mir geschehen, als die deutsche Mehrkampfmeisterschaft auf dem Programm stand. Eigentlich wollte ich dort einen maßgeschneiderten neuen Schuh einlaufen, doch der Test ging völlig daneben. Mehr als ärgerlich. So habe ich mich dann auch entschieden, am zweiten Tag der DM nicht mehr anzutreten. Zum Glück stand anschließend die Fahrt nach Baden-Banden zur Sportlerehrung an. Da bin ich schnell wieder auf andere Gedanken gekommen.
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