Update: 19. Februar 2010
Nach meinem endgültigen Olympia-Aus:
Den Fehler im System der Sportgerichtsbarkeit bekämpfen!
Seit gestern ist es bittere Gewissheit. Die Olympischen Spiele in Vancouver finden ohne mich statt. Zwar habe ich mir von vornherein kaum Chancen ausgerechnet, dass das Ad-hoc-Gericht meinem Antrag zustimmen wird, doch ich habe mir nun einmal vorgenommen, jede sich bietende Chance zu nutzen.
Ich habe mit meinem Vorstoß in Vancouver versucht, deutlich zu machen, woran es in der Sportgerichtsbarkeit krankt. Denn es ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel, dass es keine zweite Instanz beim CAS gibt. Wenn Du verurteilt bist, dann war’s das!
Selbst wenn, wie in meinem Fall, sich mittlerweile mehr als ein Dutzend internationaler und nationaler Mediziner, Wissenschaftler und Anti-Doping-Experten einig sind, dass die Wahrscheinlichkeit eines Dopingvergehens gering ist der CAS selbst bietet keine zweite Instanz, in der neue Beweise vorgetragen werden können und gewürdigt werden.
Sogar dann nicht, wenn sich in die Reihe dieser Wissenschaftler mittlerweile mit Dr. Sottas der ISU-Gutachter eingereiht hat, der anfangs die Grundlage für meine Anklage lieferte. Es spielt auch keine Rolle, dass es jetzt bereits vier Hämatologen gibt, die bei mir eine Blutanomalie diagnostiziert haben.
Hier gibt es eindeutig einen Fehler im System der Sportgerichtsbarkeit. Denn was hat das noch mit Rechtsprechung, geschweige denn mit Gerechtigkeit zu tun?
Deshalb habe ich nach Bekanntgabe des Ad-hoc-Urteils auch dem Ärger und dem Frust, der sich mittlerweile in mir aufgestaut hat, Luft gemacht. Denn ich hatte die Hoffnung, dass mit Unterstützung des DOSB in einer Anhörung die neuen Beweise und Gutachten gewürdigt würden und sich mein Traum von der sechsten Olympiateilnahme doch noch erfüllen könnte. Doch dies war leider nicht mehr als Wunschdenken. Jetzt hoffe ich, dass die von der DOSB-Spitze für nach Olympia angebotenen Gespräche konkrete Ergebnisse hervorbringen. Denn ich habe nach wie vor den Glauben daran nicht verloren, dass am Ende die Gerechtigkeit siegt!
Dafür werde ich kämpfen. In internen Gesprächen mit dem DOSB, mittels Revisionsverfahren beim Schweizer Bundesgericht oder, falls nötig, durch den Gang zum Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte.
In diesem Sinne, drückt mir die Daumen und
bleibt mir gewogen
Eure Claudia

PS: Einmal mehr möchte ich mich für die vielen Mutmacher und das rege Interesse an den Darstellungen auf meiner Webseite bedanken. Alleine am 15. Februar, als ich hier ausführlich die Gründe für meine Strafanzeige gegen die ISU dargelegt habe, konnte ich mich über mehr als 430.000 Besucher freuen. Das ist weit mehr als ich jemals für möglich gehalten hätte. Vielen Dank!